Flugblatt "Abschiebungen von Roma stoppen!"

Schreiben Sie die erste Kundenmeinung

Verfügbarkeit: Auf Lager

Lieferzeit: 2-3 Tage

0,00 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten
ODER

Kurzübersicht

Flugblatt "Abschiebungen von Roma stoppen!"

Deutschland muss Nachkommen von Völkermord-Opfern Schutz und Lebensperspektive bieten!

Flugblatt "Abschiebungen von Roma stoppen!"

Klicken Sie doppelt auf das obere Bild, um es in voller Größe zu sehen

Verkleinern
Vergrößern

Mehr Ansichten

Details

Flugblatt "Abschiebungen von Roma stoppen!" Abschiebungen von Roma stoppen! Deutschland muss Nachkommen von Völkermordt-Opfern Schutz und Lebensperspektive bieten! 6. April 1941: Die deutsche Wehrmacht überfällt Jugoslawien. Am 16. April 1941 wird der „Unabhängige Staat Kroatien“ als faschistischer Satellitenstaat unter Führung von Ante Pavelic gegründet, Serbien bleibt unter deutscher Militärverwaltung. Juden und Roma werden sofort ausgegrenzt und verfolgt. In Serbien werden schon im Sommer 1941 als Reaktion auf aktiven Partisanen-Widerstand tausende Juden, Kommunisten und Roma in Lager gesperrt, ab Herbst werden sie zu hunderten und tausenden als Geiseln erschossen. Allein am 4. Oktober ermordet die Wehrmacht nach einem Partisanenüberfall, bei dem 21 deutsche Soldaten getötet wurden, 2.100 Juden und Roma. Unter den 7.000 Menschen, die knapp drei Wochen später an nur einem Tag in Kragujevac in Gruppen von je 50 Personen ebenfalls von der Wehrmacht mit Maschinengewehren umgebracht werden, sind hunderte Roma. Ab Mai 1942 werden in Kroatien sämtliche männlichen Roma festgenommen und in mehrere KZs verschleppt. Allein im Lager Jasenovac ermorden die kroatischen Faschisten mindestens 30.000 Roma, die meisten von ihnen werden direkt nach der Ankunft mit Messern und Dolchen erstochen, mit Knüppeln, Vorschlaghämmern oder Dreschflegeln erschlagen. Ab 1943 werden noch nicht ermordete arbeitsfähige Roma zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert, meist in Außenlager der KZs Sachsenhausen und Buchenwald. Fast keiner von ihnen kehrt zurück. Es ist davon auszugehen, dass mindestens 100.000 jugoslawische Roma Opfer des Völkermords an den Sinti und Roma geworden sind. Es gibt keine Familie, die verschont blieb. In der Bundesrepublik Jugoslawien wird die Beteiligung vieler Roma am Befreiungskampf gewürdigt und die meisten sind gesellschaftlich gut integriert. 24. März 1999: Erstmals nach 1945 ist Deutschland wieder Krieg führende Macht. Die Bundeswehr beteiligt sich am NATO-Krieg gegen Jugoslawien, deutsche Bomben fallen auf Belgrad. Schon Anfang der 1990er Jahre hatten deutsche Außenminister eine Vorreiter-Rolle bei der Zerschlagung Jugoslawiens gespielt, als sie Slowenien und Kroatien als unabhängige Staaten anerkannten. Heute gibt es Jugoslawien nicht mehr, an seine Stelle sind ethnisch konstruierte Staaten getreten, in denen für Minderheiten kein Platz ist. Jede der im ehemaligen Jugoslawien lebenden Bevölkerungsgruppen kann in einem dieser Länder Schutz für sich beanspruchen – außer den Roma. Sie sind überall eine unerwünschte Minderheit, denn sie haben sich nicht an den vielen Kriegen beteiligt und werden deshalb nirgendwo als zugehörig betrachtet. Beim Aufbau ihrer in den Kämpfen zerstörten Häuser werden sie nicht unterstützt, oft haben andere ihr gesamtes Hab und Gut – während sie vor dem Krieg geflohen waren – einfach an sich gerissen, und niemand unterstützt sie im Kampf um ihr Recht. Roma haben in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens regelmäßig keinen Zugang zu Arbeit, Bildung, Gesundheitsvorsorge oder Wohnungsmarkt, kurz: keine Lebensperspektive. Schikane durch die Polizei und rassistische Gewalt sind an der Tagesordnung. 30. August 2015: Nachdem die Bundesregierung seit Anfang der 1990er Jahre in Europa als Vorreiter für die Abschottung des Kontinents vor Flüchtenden wirkte, lässt die Kanzlerin die Grenzen für die verzweifelten Menschen öffnen, die nach einer langen und lebensgefährlichen Flucht in Ungarn gescheitert waren. Wir werden das schaffen, heißt die Parole. Nur Tage später heißt es aus CDU und CSU, dass man es nur schaffen werde, die viel gelobten gut qualifizierten Schutz suchenden zu integrieren, wenn man zugleich jene, die nur als „Wirtschaftsflüchtlinge“ kämen, schnellst möglich wieder abschiebt, und diese kämen massenhaft vom „Westbalkan“. Schon am 24. September einigen sich Bund und Länder darauf, Albanien, Kosovo und Montenegro zu „sicheren Herkunftsstaaten“ zu erklären. 15. Oktober 2015: Das neue Gesetz wird verabschiedet und tritt sofort in Kraft: Asylanträge von Schutz suchenden aus diesen Ländern sollen – ebenso wie Anträge von Geflüchteten aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Serbien – ohne Prüfung abgelehnt werden. Damit sollen insbesondere die massenhaften Abschiebungen von Roma unvermindert weitergehen und in Zukunft noch beschleunigt werden. Wir meinen: Deutschland steht gegenüber den Nachkommen der Opfer des Holocaust an 500.000 Sinti und Roma in einer besonderen Pflicht. Nachkommen von jüdischen Holocaust-Opfern aus der zerfallenden Sowjetunion wurde wegen der Situation in den Nachfolgestaaten in den 1990er Jahren die Einreise und Niederlassung als Kontingent-Flüchtlinge erlaubt. Die historische Verpflichtung ist die gleiche. Darum muss für die Roma aus den ex-jugoslawischen Staaten eine entsprechende Regelung geschaffen werden! Deshalb: Bleiberecht für alle Roma, denn sie haben keine „sicheren Herkunftsstaaten“! _____________________________________________________________ Die Hamburger Falken waren in Kumanovo in Mazedonien, wohin ein Jahr zuvor eine Familie abgeschoben wurde, deren Kinder am Zeltlager der Falken teilnahmen. Der gesamte Bericht, aus dem wir mit freundlicher Genehmigung diesen Auszug abdrucken, ist unter http://www.falken-hamburg.de und dem Titel „Abgeschobene verschwinden nicht“ zu finden. Die Hütte, in der Mario und Djana mit ihren fünf Kindern wohnen, kennen wir bereits von Fotos, dennoch sind wir erschrocken, wie klein sie ist. Stünde auch nur ein Stuhl darinnen, gäbe es vermutlich nicht mehr ausreichend Platz für alle sieben Familienmitglieder, um in dem einen Zimmer, in dem gleichzeitig gewohnt und gekocht wird, auch noch zu schlafen. Wir nehmen als siebenköpfige Reisegruppen auf dem Boden Platz. Die Kinder sind inzwischen auch gekommen und haben uns herzlich begrüßt. Auch Nachbarskinder aus der Siedlung drängen sich mit in den Raum, interessiert, wer wir sind. Wir bekommen Kaffee und atmen erstmal durch. Einen Gang auf die Toilette verkneifen wir uns. Die Toilette ist eigentlich keine. Alle Menschen aus Vorder- und Hinterhaus“ teilen sich einen Verschlag, in dem ein Loch im Boden ist. Vom Rest der Siedlung ist er lediglich durch ein altes Bettlaken abgetrennt. Um sein Geschäft verrichten zu können muss Mann/Frau sehr gut zielen können. Für ausreichend Hygiene fehlt das Geld. Auf dem Nachhauseweg beschreiben Mario und Djana ihre Situation. Sie besitzen kein Geld für Essen und für Windeln ihres Sohnes. Dennoch ist der kommende Tag ein Guter. Mario soll seinen Pass wiederbekommen, den die Behörden ihm nach seiner Abschiebung entzogen haben. ... Als wir am nächsten Morgen nach Sredorek kommen und zu Mario und Djana, ist Mario schon wieder vom Behördenbesuch zurück. Seinen Pass hat er nicht bekommen. Die zuständige Person sei im Urlaub, wurde ihm gesagt. Nach einem Kaffee (den wir mitgebracht haben) gehen wir ein paar Kilometer den Berg in Kumanovo hoch. Begleitet von Režo, der gut deutsch spricht und vor einigen Jahren aus Wuppertal abgeschoben wurde, besichtigen wir die Baustelle von Marios und Djanas Familie. Nach ihrer Abschiebung haben sie begonnen eine kleine Hütte mit zwei Zimmern zu bauen, da sie in dem Zimmer, in dem sie jetzt leben, nicht dauerhaft wohnen bleiben können. Der häufig alkoholisierte Vermieter droht immer wieder mit dem Rauswurf der Familie und bedroht die Familie auch körperlich. Irgendwann will die Familie das Viertel verlassen, das so laut und arm ist, dass man immer Angst um seine wenigen Gegenstände haben muss, und in dem man nie ruhig schlafen kann. Doch der Bau des kleinen Hauses stockt. Režo klärt uns auf. Als Sozialhilfeempfänger*in bekommt man 20 € im Monat für seine Familie. Für jedes Kind bekommt man ca. 5 € zusätzlich, jedoch nur für die ersten drei Kinder. Alle weiteren gehen leer aus. Nun bekommt man die Sozialhilfe aber lediglich, wenn man einen Pass besitzt und den besitzt, Mario seit seiner Abschiebung nicht. Es ist eine Strafe für jene, die versuchen in Europa Asyl zu suchen und somit die Visafreiheit Mazedoniens auf's Spiel setzen (so zumindest die Logik unseres Bundesinnenministers und der mazedonischen Regierung). So gibt es monatlich lediglich ca. 15 € für die Kinder, für alle fünf zusammen. So lebt die Familie aktuell von ca. 15 € im Monat. Das bedeutet, dass der Familie etwas weniger als 10 Cent pro Tag und Kopf zur Verfügung steht, vorausgesetzt die Familie bezahlt weder Miete noch Strom noch Wasser noch das Schulgeld von umgerechnet ca. 50 Cent pro Kind und Schultag. Die Lebenshaltungskosten übersteigen die Sozialhilfe um ein Vielfaches. Da sei es unmöglich ein paar Euro für das Haus zu sparen. Hinzu kommen Kosten für Arztbesuche. Auch eine Krankenversicherung bekommt man lediglich mit Pass. Da die Familie jedoch ihre Pässe abgenommen bekommen hat, besitzt sie leider auch keine und muss die oftmals horrenden Kosten selber tragen, so zum Beispiel die 80 €, um die Verletzung des Fußes der jüngsten Tochter behandeln zu lassen. So stehen seit einem halben Jahr die Grundmauern einer kleinen Hütte in den Bergen Kumanovos 'rum, ohne dass abzusehen wäre, wann sie fertig wird.

Zusatzinformation

Lieferzeit 2-3 Tage